Mit Pappnase in den Kirchenvorstand

ekdEvangelische Theologin will kirchliche Mitarbeiter für die Clownerie gewinnen.

Die rote Pappnase verändert alles. Wer sie als Pflegeschwester im Dienst aufhat, erntet ebenso ungläubige Blicke wie der Kirchenvorsteher, der sie während einer schwierigen Sitzung überstreift. Clownerie im kirchlichen Alltag - das versucht die württembergische Pfarrerin Gisela Matthiae derzeit in einer Langzeitfortbildung 14 Frauen und drei Männern beizubringen.

Kirche und Humor stehen nicht unbedingt in einer Liebesbeziehung. Gerade Protestanten geraten bisweilen in den Verdacht, humorlos zu sein. Doch genau darin sieht Matthiae eine Chance. Wer mit Humor, ungewöhnlichen Perspektiven und clownesken Einlagen in den kirchlichen Dienstalltag einbreche, könne möglicherweise mehr in den Köpfen verändern als ein noch so kluger Stratege.
Die Teilnehmer der württembergischen Fortbildung sind Lehrerinnen, Pfarrer, Krankenhausseelsorgerinnen. Ihr Hauptziel ist nicht eine Karriere in kirchlicher Kleinkunst, sie suchen nach neuen Impulsen für ihre Arbeit.

Drei Bildungsschwerpunkte nennt Gisela Matthiae: das "Handwerk" des Clowns erarbeiten, eigene Figuren entwickeln und ein eigenes Stück schreiben. (…) Der Württemberger Kurs ist nicht der erste dieser Art. Es gab bereits eine ähnliche Fortbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Die 14 Teilnehmer könnten sich inzwischen vor Anfragen kaum retten, berichtet Matthiae. Sie spielten ihre Stücke vor Touristen auf Usedom ebenso wie in Altersheimen. (…)
(epd)

www.ekd.de/aktuell/71097.html

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