Mehr als nur Spaßmacher

2011 HNA2Auf dem Weg zum Clown an der Evangelischen Akademie Hofgeismar

Eines hatten die ewig jung gebliebene Alma Wagenseil, der schüchterne Gemüseverkäufer Rudophi und die exaltierte Rikkarda Rimini gemein: Die rote Gumminase, die sie allesamt als Clowns auszeichnete. In Figuren wie diese schlüpften die Teilnehmer der Langzeitfortbildung „Clownerie in Kirche und Gemeinde“, als sie jetzt erste Ergebnisse ihrer Arbeit in der Evangelischen Akademie in Hofgeismar vorstellten. Überwiegend Pfarrer gehören zu der 16-köpfigen Gruppe, die die Kunst des Clown-Seins erlernen wollen und dieses im Gottesdienst, auf Gemeindefesten oder auch ohne rote Nase im ganz normalen Leben anwenden wollen. „Unsere Figuren sind nicht das Klischee eines Zirkusclowns, sondern wir wollen als Charakterclowns arbeiten“, erläuterte Dr. Gisela Matthiae, die die Fortbildung leitet. (…)

Peinlichkeiten, Missgeschicke, Schwächen und Scheitern sind die großen Themen der Clownerie. „Clowns führen vor, was die Gesellschaft gern versteckt“, sagte Dr. Matthiae, „in unserer Welt herrschen tausend Regeln und Konventionen, die für einen Clown nicht existieren - er geht damit völlig frei um und gestaltet so die Welt ein Stück weit neu“. Dass ein guter Clown nur wenige Mittel braucht, seine Geschichte zu vermitteln, zeigten auch die Fortbildner: Überwiegend mit Körpersprache transportierten sie ihre Inhalte, die ab und an durch Grommolo, der lautmalerischen Clownssprache, ergänzt wurde. (…)

Bis die Gruppe ihr clowneskes Spiel so weitentwickelt hatte, waren einige Übungen nötig. Wahrnehmung, Stimme, Kontakt, Haltung, Ausdruck und einiges mehr wurde seit vergangenem Oktober einstudiert. Auch die Persönlichkeitsentwicklung der Clown-Lehrlinge wurde von der Ausbildung positiv beeinflusst: „Fast jeder von uns hat die Erfahrung gemacht, dass er im Alltag viel freier ist“, sagte Pfarrer Carsten Köthel. (…) Auch Dr. Matthiae weiß um diesen Nebeneffekt der Ausbildung: „Sobald wir in eine Verkleidung schlüpfen, kommen Identitäten von uns zum Vorschein, die wir zuvor nichtgewagt haben auszudrücken“. (…)
(zta)

Hier der Artikel der hna in voller Länge und mit Fotos

zurück zur Übersicht