Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen

2015 logo kirche im swrSendung am Montag, 06. April 2015 von Dr. Karoline Rittberger-Klas, Stuttgart, Evangelische Kirche: Ein Gespräch mit der Theologin und Clownin Gisela Matthiae

Rittberger-Klas: Vielleicht ist es ja auch nicht einfach, Ostergottesdienste fröhlich zu gestalten, denn an Ostern geht es ja tatsächlich um Leben und Tod – und das ist eben nicht lustig…

Matthiae: Ja, Tod und Leben sind für mich – und ich glaube, auch für alle Menschen – dicht beieinander. Aber ich glaube, worauf wir uns mehr besinnen könnten, ist, dass Ostern tatsächlich das Fest der Auferstehung ist, das Fest des Lebens, das stärker ist als der Tod. Und ich frage mich schon, warum wir das nicht stärker feiern können, warum uns das nicht bewusster wird in unseren Gottesdiensten an Ostern und zwar „mit allen Sinnen“.

Rittberger-Klas: Ihr jüngstes Buch heißt: „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“. Ich glaube, viele Menschen würden genau das Gegenteil sagen, aus Erfahrung aus dem eigenen Umfeld, aber auch im globalen Kontext…

Matthiae: „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“, das ist ein Lutherzitat, er soll das mal in einer Tischrede gesagt haben. Ich beschäftige mich ja seit vielen Jahren schon mit Humor, und eine der wichtigsten Beschreibungen für Humor lautet für mich so: Ich nehme das Leben und mich selbst und die Situation, in der ich stecke, und auch die Situationen, in denen wir alle stecken, ernst – Humor ist nicht unernst, sondern Humor nimmt all das ernst – und jetzt kommt das Besondere: Humor nimmt es nicht zu ernst. Das ist das Entscheidende. Also ein Einspruch dagegen, dass das, was uns bedrückt, was uns beschwert, was wirklich, wirklich schlimm ist in dieser Welt… diesem nicht das letzte Wort zu überlassen. Sondern da noch einen Spielraum, noch Möglichkeiten zu finden zu agieren und sich zu verhalten. Und genau das ist für mich die beste Verbindung hin zum Glauben, weil auch der Glaube das tut. Der Glaube will sich nicht damit abfinden – und das feiern wir ja an Ostern – dass mit dem Tod Jesu alles vorbei sei, sondern der Glaube weiß: Es geht weiter. Und da sind allein von der Haltung der Welt und sich selbst gegenüber große Ähnlichkeiten zwischen der Haltung des Humors und dem Glauben.

Das ganze Gespräch finden Sie hier:

Text der Sendung auf der Internetseite Kirche im SWR
Gespräch als PDF

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