Clowns helfen Demenzkranken

logo gelnhaeuser130Stiftung „DiaDem“ der Diakonie Hessen übergibt großzügige Spende

Gelnhausen (mln). Viele demenzkranke Menschen verbringen ihren Lebensabend im Altenheim. Der Verlauf dieser Krankheit ist für den Patienten und Angehörige meist schwer zu bewältigen. Die Ausbildung zum „Clown im Altenheim” ermöglicht den Altenheimbewohnern eine Abwechslung der ganz besonderen Art. Am Dienstag übergab die Stiftung Diakonie Hessen einen Spendenscheck über 9100 Euro für die Arbeit an dem bundesweit einzigartigen Kursprogramm.

Die Ausbildung zum Clown im Altenheim wird von zwei Clowninnen, Gisela Matthiae und Gabi Erne, sowie der Pfarrerin Annegret Zander geleitet. Der Bezug zum christlichen Glauben ist ihnen wichtig. „Die Verbindung von Theologie und Komik in unserem Kurs ist bundesweit etwas Besonderes. Dabei soll der Claube nicht mit engen Ansichten verbunden werden. Vielmehr geht es um die Frage der Haltung", erklärt Gisela Matthiae, die seit 20 Jahren Clowns ausbildet und zu dem Thema ein Buch verfasst hat.

Viele der 15 Kursteilnehmer zwischen Anfang 50 und Ende 60 stammen aus der hessischen Umgebung und haben selbst demenzkranke Angehörige. Einige bereiten sich mit der Ausbildung zum ehrenamtlichen Clown im Altenheim auf eine Tätigkeit im Ruhestand vor. Die meisten sind jedoch berufstätig und sehen die Clownerie für Demenzkranke als spannende Ergänzung zum Alltag.

In dem umfangreichen Kurs werden die Teilnehmer auch auf mögliche Situationen am Bett der Altenheimbewohner vorbereitet. Dabei spielt die Biografiearbeit eine große Rolle. „Vor den Besuchen auf den Zimmern der Bewohner erhalten wir meist Infos vom sozialen Dienst, zum Beispiel welche Hobbys der Mensch hatte. Das bauen die Clowns dann in ihr Spiel ein. Trotzdem müssen sie viel erspüren, um die Distanz zu wahren", berichtet Annegret Zander. „Das Bett ist meistens das letzte Refugium des Bewohners. Da ist es klar, dass der Clown sich nicht einfach aufs Bett setzt und ihn in den Arm nimmt, obwohl das auch ab und zu vorkommt. Wir möchten, dass sich die Bewohner wohlfühlen."

Zur Feier des Tages führten die Clowns singend ein Tänzchen auf. Wilfried Knapp und Bernd Kreh ließen sich von der guten Laune anstecken und feierten spontan mit. Die Kursleiterinnen waren von der überraschenden Aktion der beiden Anzugträger sichtlich überrascht und bedankten sich nochmals für die großzügige Unterstützung der Stiftung.

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